Wie Workday weiter wachsen will

Essen Stellt Um Digitalisierung

„Changemakers, it’s time to rise“ – unter diesem Motto ist die „Rising Europe“-Konferenz im schwedischen Stockholm über die Bühne gegangen. Während drei Tagen bekamen Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, an einigen der rund 200 Breakout-Sessions teilzunehmen, Keynotes anzuhören und sich mit dem Veranstalter Workday und seinen Partnern sowie Kunden auszutauschen.

Workday-Co-CEO Chano Fernandez an der Eröffnungskeynote. (Source: Netzmedien)

„In dieser Woche geht es darum, den positiven Wandel zu feiern, den Sie alle in Ihren Unternehmen in den letzten so schwierigen Jahren der Pandemie und des globalen Umbruchs bewirkt haben – und natürlich sind unsere Herzen und Gedanken bei denen, die von der Invasion in der Ukraine betroffen sind.“ Mit diesen Worten begrüsste Workday-Co-CEO Chano Fernandez das Publikum an der Eröffnungskeynote.

Das Publikum bestehe hauptsächlich aus Finanz- und Personalverantwortlichen. Diese Bereiche seien das „Rückgrad“ eines jedes Unternehmens, sagte Fernandez. Gemeinsam mit Workday könne man die Zukunft der Arbeit bestimmen.

Ein Jahr Veränderung in drei Monaten

Wie genau Workday diese Zukunft sieht, beschrieb Chief Strategy Officer Pete Schlampp. Problematisch für die Unternehmensplanung sei nicht nur, dass sich vieles verändert, sondern dass sich vieles immer schneller und schneller ändere. So erleben Unternehmen digitale Veränderungen, welche zuvor noch ein Jahr gedauert hätten, inzwischen in nur drei Monaten.

Pete Schlampp, Chief Strategey Officer, Workday. (Source: Netzmedien)

Hier etwa helfe Workday mit Extend, einer No-Code-Plattform, die es Workday-Kunden erlaube, selbst innert kürzester Zeit eigne Anwendungen für neu entstehende Workflows zu bauen.

Dabei können die „Citizen Developers“ auch auf den Intelligent Data Core von Workday zugreifen. Dies sei ein zentraler Aspekt des Workday-Ökosystems, auch wenn die Anzahl Apps und Systeme wachse, bleibe der Datenkern derselbe.

Jeff Gelfuso, Chief Design Officer, Workday. (Source: Netzmedien)

Dieser Datenkern, gepaart mit immer mehr Machine-Learning-Kapazität, sei auch die Basis für Workdays Design-Konzept, wie Jeff Gelfuso, Chief Design Officer, erklärte. Man wolle „simple & effortless“ sein und es den Nutzenden ermöglichen, immer mehr mit immer weniger Klicks zu erledigen.

Breakouts, Torwandschiessen und Braindates

Nach der Keynote öffnete sich die Veranstaltung: In 19 Breakout-Rooms fanden über 190 Sessions statt. Zu hören gab es allerlei: von Produkt-spezifischen Vorträgen zu „Industry Keynotes“ über Hands-on-Sessions bis hin zu Q&A-Formaten.

„Wired“-Journalist Jeremy White sprach während einer Breakout-Session über „Trends in Tech & Media“. (Source: Netzmedien)

Wer gerade keine Session besuchte, hatte die Möglichkeit, durch das Expo-Gelände zu flanieren. Dort boten sich Workday-Experten an diversen Ständen zum direkten Gespräch an. Für besonders Begeisterte gab es gar einen Shop mit Workday-Merch.

Das Expo-Gelände in der „Stockholmsmässan“. (Source: Netzmedien)

Auch Partner und Kunden spazierten durch das Expo-Gelände. Visuell am auffälligsten zwischen dem ganzen Workday-Blau war das Gelb-Schwarz von Borussia Dortmund. Am Stand des Fussballclubs bot sich den Besuchenden die Chance, beim Torwandschiessen ein signiertes BVB-Trikot zu gewinnen. Und jene, die sich weniger für Fussball aber dennoch für Ballsport begeistern, konnten im Expo-Café auch Tischtennis spielen.

Torwandschiessen am BVB-Stand. (Source: Netzmedien)

Abgesehen von Gesprächen mit den Workday-Experten konnten sich die Gäste auch untereinander austauschen, und zwar an sogenannten „Braindates“. Auf einer eignen Plattform konnten sich Teilnehmende nach eigenem Interesse miteinander verbinden und in einem separaten Bereich der Messehalle miteinander diskutieren.

Für Interessierte gab es die „Braindates“. (Source: Netzmedien)

Cloud-Running in der Workday-Cloud

Für Andreas Hoeber, Leiter des Workday-Teams beim Schweizer Schuhfabrikanten On, waren diese Braindates gar das Highlight der Konferenz, „weil man von anderen Workday-Kunden so viel mitnehmen kann“, wenn es um den Austausch von Erfahrungen und Best Practices geht.

Generell seien die Networking-Möglichkeiten an solchen Konferenz immer sehr interessant, sagte Hoeber. Man erlebe die „Workday-Community“. Auch sei es spannend, Einblicke in die Zukunftspläne und Roadmap des Cloud-ERP-Anbieters zu bekommen.

Auch Workdays Chief Strategy Officer Pete Schlampp trägt On (Source: Netzmedien)

Bei On, bekannt für Schuhe mit dem „Cloud-Running“-Effekt, ging man erst vor knapp anderthalb Jahren live in die Workday-Cloud. Davor, so Hoeber, hatte man noch nicht die richtige Unternehmensgrösse, um Workday sinnvoll zu nutzen.

Mit immer mehr „Talents“, wie On seine Angestellten bezeichnet, brauche es immer mehr und auch neue Tools. So eröffne man derzeit ein Netz an physischen Stores und für das Einplanen der Schichtarbeiter in diesen Geschäften nutze man ein neues Scheduling-Tool von Workday, zusätzlich zum Core-HR-Cloud-Produkt. Man gehöre auch zu den ersten Unternehmen im EMEA-Raum, die dieses Tool nutzen.

Ausblick in die Zukunft

Dass Workday im EMEA-Raum noch grosse Pläne hat, war auch am Executive-Panel zu hören, welches am zweiten Konferenztag im Pressezentrum der Messe stattfand. Anderes als bei der Keynote traten die Workday-Executives hier nicht nacheinander, sondern gemeinsam auf die Bühne.

Co-CEO Chano Fernandez beim Executive Panel. (Source: Netzmedien)

Das erste Wort hatte wieder Co-CEO Chano Fernandez. Er fasste nochmals die Ereignisse seit der letzten Rising-Konferenz im Jahr 2019 zusammen. Die Corona-Pandemie habe sowohl Workday als auch deren Kunden vor grosse Herausforderungen gestellt, gerade im Personalwesen, aber auch bei der Finanzplanung. Doch man habe diese Herausforderung „so gut gemeistert, wie es eben ging“.

Sheri Rhodes am Executive Panel. (Source: Netzmedien)

Im Verlauf der Pandemie habe Workday neue, distanzbasierte Deployment-Methoden entwickelt, doch jetzt sei es wichtig, sich wieder stärker mit Kunden zu verbinden, sagte Chief Customer Officer Sheri Rhodes. Rising biete dazu eine ideale Gelegenheit.

Pete Schlampp, Chief Strategy Officer, Workday. (Source: Netzmedien)

Etwas mehr in die Zukunft blicke dann Strategie-Chef Pete Schlampp. Workday habe trotz Rekordzahlen (6,4 Milliarden Dollar an geplantem Umsatz für 2022) habe man grosses Wachstumspotenzial. Erst 30 Prozent der Workday Kunden seien internationale (d.h. nicht US-basierte) Unternehmen. Gerade „hier im EMEA-Raum“ gebe es noch viel Potenzial. Man wolle auch mittelgrosse Unternehmen mehr in den Fokus rücken. Insbesondere durch mehr Zusammenarbeit mit Partnern wolle man die Wachstumsziele erreichen.

Fernandez nannte 10 Milliarden Dollar Umsatz als mittelfristige Marke, die Workday bis 2025 erreichen wolle.

Sam Alkharrat, Chief Partner Officer, über die Bedeutung von Partnern. (Source: Netzmedien)

Mehr über die Zusammenarbeit mit Partnern verriet Sam Alkharrat, Chief Partner Officer bei Workday. „Partner helfen, unsere Innovationskraft zu steigern.“ Gerade im EMEA-Raum ermöglichten Partner das Erschliessen neuer Gegenden und Kundenstämme, daher arbeite man aktuell auch an einem neuen, einfacheren Partnerprogramm.

Ein weiterer Weg, wie Workday mehr Kunden erreichen will, ist durch technologische Innovation, wie Sayan Chakraborty, Workdays Executive Vice President für „Product and Technology“, sagte. Man setze auf „kontinuierliche Evolution“ bei allen Produkten, und zwar ohne Breaking Changes. Jedes Wochende gebe es ein Wartungsfenster, in dessen Rahmen man inkrementelle Änderungen vollziehe. Inzwischen sei „keine Zeile Code der ursprünglichen Workday-Suite“ mehr aktiv.

Sayan Chakraborty, Workdays Executive Vice President, Product and Technology beim Executive Panel. (Source: Netzmedien)

Dadurch, dass alle Kunden dieselbe cloudbasierte Software nutzen, sei auch die Sicherheit der Kunden gewährt. Chakraborty nannte als Beispiel die Log4J-Schwachstelle. Diese sei vor gut einem Jahr an einem Mittwoch bekannt geworden, am Samstag darauf habe Workday während des regulären Wartungsfensters bereits den entsprechenden Patch ausgespielt.

Schliesslich öffnete sich das Panel für Fragen der Medienvertreter. Einige davon stellten unter anderem das 10-Milliarden-Dollar-Ziel von Chano Fernandez infrage. Fernandez versicherte den anwesenden Medienvertretern und Analysten, dass der von Workday adressierbare Markt noch lange nicht gesättigt sei. Er sagte: „Ich würde sagen, dass wir weltweit weniger als zehn Prozent des Marktes durchdrungen haben. Wir werden sehen, dass einige der neueren Lösungen, die wir auf den Markt bringen, in grossem Umfang angenommen werden.“

Im Juli 2022 wurde Christopher Knörr zum Workday General Manager der DACH-Region, wie Sie hier lesen. Im Rahmen der Rising-Konferenz gab Knörr der Netzwoche ein Interview, welches demnächst erscheint.

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